Otterstedt

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Otterstedt ist 4 Km von Ottersberg entfernt und bietet neben einem schönen Ortskern ein besonderes Highlight in unserer Regeion: den Otterstedter See!

Rund um den Otterstedter See (auch Pastorensee genannt), der in der warmen Jahreszeit von vielen gerne als Badesee genutzt wird, hat sich im Laufe der Jahre ein Naherholungsgebiet entwickelt. Die ufernahe Gatronomie läd auch abends zum gemütlichen Verweilen in entspannter Atmosphäre ein.
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Um den See rankt eine Sage, die wir Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten:
 

Die Sage vom Otterstedter See

Der Pastorensee ist ein stilles Gewässer. Wundersam still ist er um die Zeit, wenn es Frühling auf der Erde werden will oder wenn das Welken in die Bäume kommt und auch im braunen Kraut der Heide das letzte leuchtende Grün vergilbt ist. Wenn aber ein sonnenheller Tag über den Feldern liegt und ein wolkenloser Himmel sich widerspiegelnd in das Wasser senkt, dann schwimmen aus den Fluten die Zinnen einer Kirche hervor.

Der Turm dieser Kirche schaute einst weithin ins Land, ehe das Gotteshaus durch Teufelsspuk und Teufelslist in den Grund versank. Aber in den Nächten, in der das alte Jahr ins neue hinüberklingt oder in den Zeiten des blühenden Maien oder in der Walpurgisnacht – da wollen Wanderer, die über die Felder um Otterstedt und Eckstever gekommen sind, schon oft ein fernes, verhaltenes Läuten gehört haben. Das Läuten sei dumpf gewesen, sagen sie, als sei es aus der Tiefe des Sees gekommen. An dieser Stelle stand nämlich einst eine Kirche und das Läuten kündet uns die Sage vom Teufel, der die Kirche vernichtet hat.

Dem Teufel war von je her der Bau eines Gotteshauses wider den Willen und seiner schwarzen Seele verhasst. Auch den Bau der Kirche von Otterstedt hat er nicht verhindern können, aber über den Verdruss, den ihm der Anblick der geweihten Stätte machte, kam er nicht hinweg. Und als gar die Hexen, die früher in der Heide um Eckstöße alljährlich mit ihrem Meister zu grausamen Spiel und wilden Tänzen zusammen kamen, die Gegend um Otterstedt zu fürchten begannen und dann ganz ausblieben, da geriet der Sohn der Hölle in eine unbeschreibliche Wut. So beschloss er eines Tages, das Gotteshaus zu vernichten. Er fuhr aus seiner Hölle im „Düwelshoop“ (Kreuzbuchen), einem Wald nicht weit von der Kirche, zornsprühend hervor, hob einen gewaltigen Hünenstein, deren viele um den Wald herum lagen, auf seine Schultern und stürmte auf die Kirche zu. Mit unbändiger Kraft schleuderte er den Felsblock gegen den Turm, so dass die Erde erbebte und riss. Das Wasser quoll aus dem Grunde herauf, lockerte das Erdreich in weitem Umkreise, unterspülte die Mauern und verschlang das Gotteshaus samt den Bäumen, die es umstanden.

Dann aber verließ der Sohn der Hölle die Gegend und beschloss, sie in Teufelsgestalt nicht mehr zu besuchen. Manchmal nur, wenn ein Sturmwind über den See fuhr, haben Bauern einen Höllenhund gesehen, der den Fluten entstieg, mit feuersprühenden Lichtern über die Felder schnob und im Walde, da einst des Teufels Behausung war, spurlos verschwand.

Das soll auch jetzt noch ab und zu geschehen. Der Teufel hält Nachschau, ob sein Werk der Zerstörung geblieben ist und der Quell im Grunde nicht versiegt. Die Wellen sollen auch fernerhin jenes Haus umspülen, das einst das ihm verhasste Kreuz auf der Spitze seines Turmes trug. Wenn aber das Glockenklingen aus dem Grund des Sees heraufsteigt und wundersam läutend über das Wasser hängt, dann ist vom Teufel, selbst in der Walpurgisnacht, nichts zu sehen. Denn das Geläut verstummt erst, wenn vom nahen Dorfe her der erste Hahnenschrei über die Erde läuft. Und den kann der Teufel auch in der Otterstedter Gegend nicht leiden.

So brauchen die Bauern von Otterstedt und Eckstever und Narthauen seither weder den Teufel noch den Tanz der Hexen zu fürchten. Die Bäume vom einstigen „Düwelshoop“ grünen mit jedem neuen Lenz in einen stillen und ungestörten Frieden hinein.